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Stolpersteinverlegung Biesenthal

09. März 2026 – 14 Uhr – Hardenbergstr. 8

NS-Schicksale von Biesenthalern

Wie in jeder deutschen Stadt verschwanden zwischen 1933 und 1945 auch aus Biesenthal zwangsweise zahlreiche Menschen: Viele flohen vor den Nazis ins Ausland; viele andere wurden verschleppt und ermordet; weitere wählten selbst den Tod als Ausweg aus ihrer ausweglosen Situation.

Die Spurensuche der lokalen Initiative für Stolpersteine zeigt die Auswirkungen der NS-Zeit auf konkrete Lebenswege in Biesenthal.

Bereits ab 1933 wird das öffentliche Leben von den Nazis geprägt. Biesenthals jüdische Bevölkerung wird zunehmend ausgegrenzt, es wird gegen Menschen mit Behinderungen gehetzt und, wer nicht einverstanden war und sich nicht anpasste, wurde verfolgt.

Am 9.3.2026 werden in Biesenthal die ersten Stolpersteine verlegt. Der erste ist für Emilie Weprajetzky.

Emilie war nach bisherigem Recherchestand die erste gebürtige Biesenthalerin, die von den Nazis ermordet wurde. Sie wurde im Rahmen der NS-Krankenmorde vergast.

Außerdem sollen am 9.3.2026 Steine für die jüdische Familie Abraham am Markt verlegt werden. Die Familie betrieb bis 1938 ein Geschäft in der heutigen Apotheke und wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Diese Gedenksteinverlegung ist die erste, weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Für die Familie Jacoby, für Karl Liese, Richard Lippschütz, Hans Pilger, Berta und Eduard Schlochauer, Paula und Ilse Wagler und andere.

Kontakt: Elliot Müller
NS-Gedenken-Biesenthal@posteo.de

Stolpersteine

werden vor den letzten freiwillig gewählten Wohnadressen von NS-Opfern verlegt. Die Lebenswege der Verfolgten und ihre durch die Nazis ausgelöschte Präsenz in Mitten der Gesellschaft werden so sichtbar gemacht. Bislang liegen 116.000 Stolpersteine in über 1860 Kommunen in 31 europäischen Ländern, die meisten davon in Deutschland.

Großer Dank gilt Gertrud Poppe, die sich als erste für Stolpersteine in Biesenthal einsetzte und das Leben der NS-Opfer in Biesenthal zu rekonstruieren versuchte.

Programm am 9. März ’26

14 Uhr Verlegung des ersten Stolpersteins in der Hardenbergstr. 8 für Emilie Weprajetzky
15 Uhr Verlegung der Stolpersteine für die Familie Abraham am Markt 3 und 5
im Anschluss an die Verlegung: musikalischer Gedenkmoment auf dem Marktplatz
bis 18 Uhr Ausstellung zu Recherche im Rathaus