
Samstag, 06.12.2025, Eberswalde
17:00 Uhr
Erinnern an der Mahn- und Gedenktafel (Eberswalder Straße 26a)
Wer kann, bringe bitte eine Blume oder Kerze mit.
Anschließend
Kurz-Demo zum Familiengarten
Die Namen von mehr als 200 Opfern rechter Gewalt seit 1990 stehen auf dem Front-Transparent
18:00-20:00 Uhr
Podiumsdisskussion – Eberswalder Impulse 3
Tourismuszentrum, Familiengarten, Am alten Walzwerk 1
Podiumsdiskussion mit Angehörigen verschiedener Opfer rechter Gewalt und Aktivist:innen unterschiedlicher Gedenkinitiativen deutschlandweit:
Gamze Kubaşık
Tochter von Mehmet Kubaşık, der in Dortmund vom sogenannten NSU ermordet wurde, ist politische Bildnerin und in der politischen Gedenkarbeit aktiv. Gemeinsam mit dem Bündnis Tag der Solidarität in Dortmund setzt sie sich für Aufklärung, Konsequenzen und Gerechtigkeit ein.
Mamadou Saliou Diallo
Bruder von Oury Jalloh aus Dessau
Rachel Spicker
Initiative Soligruppe 9. Oktober, TEKİEZ Halle und Festival of Resilience
Kutlu Yurtseven
Initiative „Herkesin meydani – Der Platz für alle“ und Lückenlos e.V.
Ali Şirin
Bündnis Tag der Solidarität – Kein Schlussstrich Dortmund
Vergessen, griechisch: Amnesie, ist Nicht-Gedenken
Erinnern als eine Stärkung im Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt, ist wohl die beste Art, diejenigen zu ehren, die wegen Rassismus nicht mehr unter uns sind.
35 Jahre nach der Ermordung Amadeu Antonios verzeichnen Parteien, die sich die Vertreibung deutscher Staatsbürger in ihre Wahlprogramme schreiben ungeahnten Zulauf. Politisch motivierte Straftaten, insb. des rechten Spektrums, verzeichnen erneut Höchstwerte seit dieser Zeit, zum Teil weil Akteuere einen Zerfall der Demokratie so beschleunigen wollen. Monopolisierte „Soziale“ Medien, die Menschen in Filterblasen zwängen und in Denkschablonen fernab jeglicher Vernunft gefangen halten, verstärken Hass und Hetze zusätzlich. In dieser Stimmung fragen Kinder der 2. und 3. Migrant:innengeneration Ihre Eltern, ob sie ihre Heimat verlassen müssen. Eltern versuchen sie trotz Fluchtplänen im Hinterkopf zu beruhigen.
Wir schreiten Zurück in die Zukunft und treten aktiv ein für die Würde und Freiheit aller Menschen. Das Gedenken an die Ermordung von Amadeu António gestaltet seit 2007 als zivilgesellschaftliches Bündnis die Barnimer Kampagne „Light me Amadeu“ bestehend aus jungen und älteren Menschen aus der Stadt Eberswalde, dem Landkreis Barnim und darüber hinaus, die sich mit Rassismus auseinandersetzen und gegen ihn ankämpfen.
Amadeu António wurde am 25.11.1990 brutal von mehreren Tätern zusammengeschlagen und erlag am 06.12.1990 seinen Verletzungen.
Die Täter kamen auf Grund ihres jugendlichen Alters mit milden Strafen davon. Die Erinnerung an die diejenigen, die – wie Amadeu António in Eberswalde – auf tragische Weise von rassistisch motivierten Gewalttätern unmittelbar nach der Wende aus dem Leben gerissen wurden, ist in der Nachbetrachtung zur Deutschen Einheit nicht mehr wegzudenken. „Wir sind hier, Bruder Amadeu, um dir zu sagen, dass wir dich nicht vergessen werden“ heißt es in einem von Familienangehörigen, Freund*innen und Unterstützer*innen verfassten Gedicht.
Setzen wir also ein klares Zeichen für die Würde aller Menschen, für Weltoffenheit und Demokratie, gegen strukturellen und gewalttätigen Rassismus.
Barnimer Kampagne Light me Amadeu